1. Herren sieht Sprungwunder, Pinguinsprünge und spektakuläre Ballwechsel

15.10.2018

Es kommt selten vor, dass 18 Handballer bereits ab dem Aufwärmen fasziniert von einer Sportart und ihren Spielern sind. Am ersten Spieltag der Volleyball-Bundesliga war das jedoch der Fall: Beim Saisonauftakt unterlagen die TSV Giesen GRIZZLYS dem amtierenden deutsche Meister aus Berlin eindeutig mit 0:3 (23:25, 18:25, 18:25), doch der guten Stimmung während des Mannschaftsausflugs der 1. Herren des MTV Groß Lafferde in die Hildesheimer Volksbank-Arena tat das keinen Abbruch. Vielmehr fesselten die teils spektakulären Ballwechsel zwischen dem Aufsteiger und dem deutschen Meister und insbesondere unsagbare Sprunghöhen und -weiten der Spieler die Handballer über die komplette Spieldauer.

 

Mit drei Siegen aus vier Spielen starteten die Verbandsliga-Handballer des MTV Groß Lafferde mehr als ordentlich in ihre Saison. Ähnlich wie den Giesener GRIZZLYS steht die Mission „Klassenerhalt“ in dieser Saison über allem und es scheint, als ob sich die Mannschaft um die Trainer Dennis Bühn und Matti Krause bereits an das neue und raue Verbandsligaklima gewöhnt hat. Während der spielfreien Herbstferien war es wieder an der Zeit für einen Mannschaftsabend. „Durch die Bundesligapremiere der GRIZZLYS lag es natürlich nahe, dass wir richtig guten Volleyball schauen konnten“, erklärte Trainer Bühn, wie die Mannschaft Teil der 1.817 Zuschauer wurden. „So wurden wir durch unsere Partner und Freunde des Gleitz Verlags zu diesem Spiel eingeladen. Für die Karten und die gute Idee, einmal nach Hildesheim zum Volleyball zu fahren, möchten wir uns nochmal herzlich bei Karl-Heinz Gleitz und Olli Kroll bedanken“, führt Bühn weiter aus.

 

In der Tat war es für fast alle 18 Mann das erste Volleyballspiel, dass sie sich abseits von Olympischen Spielen anschauten. So wurden vor der Abfahrt in die Domstadt noch die wichtigsten Fragen und Regeln geklärt. Angekommen in Hildesheim ging es direkt in die Arena und dann startete auch die kollektive Faszination: Bereits beim Aufwärmen staunten die Groß Lafferder Handballer über die hohe Agilität und Urkraft der großen Spieler. Allen voran wurde der Berliner Kyle Russell, späterer bester Spieler des Spiels, zum neuen Lieblingsvolleyballer der Groß Lafferder und insgeheim munkelt man, dass einige Handballer immer noch von den hohen und weiten Sprüngen des US-Amerikaners träumen. Es war auch Russell der in den entscheidenden Phasen des Spiels aus gefühlten 5 Metern Höhe den Ball in die Giesener Spielhälfte donnerte und immer wieder für staunende Blicke bei den Handballern vom Lafferder Busch sorgte. Aber nicht nur Russell trug zu dem tollen Spiel bei. Auch die vielen Rettungsversuche durch tieffliegende Volleyballer, die den Ball in allerletzter Sekunde noch über dem Boden wegbaggern, trugen zur guten Stimmung der Groß Lafferder Handballer bei und sogen die Handballer immer tiefer in die Volleyballfaszination.

 

Dass am Ende der Partie ein deutlicher Sieg der Berliner stand, tat der guten Stimmung kein Abbruch. „Ich hätte nicht gedacht, dass wir so ein hervorragendes und spektakuläres Spiel sehen werden. Als Aufsteiger so gegen den Titelverteidiger zu spielen, ist aller Ehren wert und wir drücken den GRIZZLYS natürlich die Daumen, dass sie schnell die ersten Punkte holen“, resümiert Trainer Bühn. Rückraumspieler Tino Mrasek ergänzt: „Diese hohe Geschwindigkeit der Ballwechsel, das gegenseitige Anfeuern im Team und das Kämpfen um jeden Ball – das war richtig gut anzuschauen!“

 

Es verwundert kaum, dass auch am Ende des Tages sich die Gespräche im Café del Sol immer wieder um das Spiel dieser – für die Mehrheit – unbekannten Sportart drehten. Die Faszination über die mehr fliegenden als springenden Volleyballer, die Pinguinsprünge Richtung Ball, sowie das Fair Play-Spiel zwischen den Mannschaften sogen die Handballer auch noch Stunden nach Spielende in ihren Bann und eine Wiederholung des Besuchs ist nicht ausgeschlossen. Aber eines ist sicher: Einen Besuch in der GRIZZLY-Höhle, der Hildesheim Volksbank-Arena, kann die Mannschaft jeder anderen Mannschaft und natürlich auch jeder Privatperson empfehlen!

 

Foto: Gruppenbild nach dem Spiel mit Olli Kroll und Karl-Heinz Gleitz